Meine Gitarre wohnt an sieben Orten – und das ist gut so
Noten, Unterricht, Band und Gagen: Meine E-Gitarre liegt im SOS-System an sieben Orten. Warum das kein Fehler ist – und wie ich trotzdem alles finde.
Ich spiele E-Gitarre. Ich nehme Unterricht, sammle im Internet Noten zu meinem Instrument, und mit meiner Band verdiene ich sogar ein wenig Geld nebenher.
Neulich bin ich in meinem eigenen SOS-System über etwas gestolpert: Meine Gitarren-Unterlagen liegen an sieben verschiedenen Orten. Die Noten hier, die Rechnung für den Verstärker dort, die Gagen wieder woanders. Mein erster Gedanke war: Ist das ein Nachteil des SOS-Systems? Müsste ein Hobby nicht einen eigenen Ordner haben?
Die Versuchung: ein Ordner „Gitarre“
Es wäre so naheliegend. Ein Ordner, ein Thema, alles beisammen. Ich habe es mir genau überlegt – und den Ordner nicht angelegt. Denn was würde darin landen? Noten und Tabs. Das Übungsmaterial aus dem Unterricht. Der Vertrag für den Unterricht und die monatlichen Abbuchungen. Die Rechnung für den Verstärker. Die Absprachen für den nächsten Auftritt. Die Quittungen für die Gagen. Und die Fotos vom letzten Konzert.
Spätestens bei der Steuererklärung wäre das ein Problem. Die Gagen und die Belege müsste ich dort erst wieder herausfischen. Bei der Jahresendroutine, wenn Einnahmen und Ausgaben ins Geld-Archiv wandern, würde der Ordner glatt übersehen. Und bei jedem neuen Papier stünde ich wieder vor der Frage: Gehört das zur Gitarre oder zum Geld?
Genau diese Frage wollte ich mit dem SOS-System loswerden.
Wo meine Gitarre im SOS-System wohnt
Das SOS-System ordnet nach der Art eines Dokuments. Die Art sagt den Bereich. Was gerade damit zu tun ist, sagt den Ordner. Für meine Gitarre heißt das:
- Noten und Tabs liegen im Wissensspeicher (05), in einem eigenen Ordner „Gitarre“. Dort schlage ich nach.
- Das Material aus dem Unterricht liegt bei den Projekten unter „Lernen mit Struktur“ (25) – solange ich lerne.
- Der Beitrag für den Unterricht gehört zu meinen festen Ausgaben bei IDA (33_c). Der Unterricht endet erst, wenn ich kündige.
- Rechnungen für Verstärker, Saiten und Kabel liegen bei den freien Ausgaben (32). Was ich für die Band steuerlich ansetze, kommt dort zu den Steuerbelegen (32_a).
- Die Gagen sind Einnahmen (31).
- Die Absprachen mit der Band liegen im Regal bei „Arbeit“ (44) – genau wie die Papiere zu einem Job. Die Band ist eine kleine Nebentätigkeit: Ich arbeite für das Geld.
- Die Fotos vom Auftritt gehören zu den Erinnerungen (06).
Sieben Orte. Und für jede Frage, die ich habe, gibt es genau einen davon. Suche ich die Rechnung, weil der Verstärker kaputt ist, gehe ich zu den Ausgaben. Suche ich die Noten zu einem Song, gehe ich in den Wissensspeicher. Ich suche fast nie „alles zur Gitarre“.
Dabei ist das SOS-System gewachsen
Zwei Fragen musste ich dabei ganz neu durchdenken.
Erstens: Wohin gehört eine Band, die nie „fertig“ ist? Projekte haben im SOS-System ein Ende, eine Band nicht. Kurz habe ich überlegt, ihr einen eigenen Bereich unter „Verantwortung“ (08) zu geben. Die Lösung lag näher: Sie gehört dorthin, wo auch die Papiere zu einem Job liegen.
Zweitens: Ist der Unterricht ein Kurs oder eine feste Ausgabe? Die Antwort steckt in einer Frage, die ich jetzt für alle Ausgaben nutze: Muss ich die Zahlung kündigen oder abmelden, damit sie endet? Dann ist sie eine feste Ausgabe. Endet sie von selbst, wie ein Kurs an der Volkshochschule, ist sie eine freie Ausgabe.
So wächst das SOS-System mit dem Leben.
Und wenn ich doch alles auf einmal sehen will?
Dafür reicht ein Stichwort. Steht in jedem Dateinamen das Wort „Gitarre“, zum Beispiel 2026-10_Rechnung_Gitarrenunterricht, zeigt die Suche am Rechner oder am Handy alles auf einmal – ohne eine einzige Kopie. Auf dem Mac lässt sich diese Suche sogar als intelligenter Ordner speichern.
Mein Fazit
Ein Thema hat viele Seiten. Jedes Dokument hat einen Platz.
Meine Gitarre ist im SOS-System nicht zerrissen – jede ihrer Seiten liegt dort, wo ich sie suche.
Hast du auch ein Hobby, das sich über mehrere Bereiche verteilt? Mehr dazu findest du in den Fragen und Antworten.
Nimm ein Dokument zu deinem Hobby und frag DokSort, wohin es gehört. Das reicht für heute.
Dr. Arletta Kösling ist Juristin, Mutter von drei Kindern und Entwicklerin des SOS-Systems – entstanden aus 25 Jahren echtem Alltag. Der schönste Satz dazu stammt von Katrin: „Jeder braucht eine Arletta."